Colombo – Hauptstadt von Sri Lanka
Colombo . eine Stadt mit zwei Gesichtern – Ankunft
Die Anfahrt vom Flughafen nach Colombo erfolgt von Norden her. Und von dieser Seite gesehen ist der erste Eindruck ziemlich erschreckend. Zumal, wenn man aus einem schon fast klinisch sauberen Land wie Singapur einreist. Links und rechts der Straße türmen sich Berge von, na sagen wir mal wohlwollend, möglicherweise wieder verwertbaren Dingen. Angefangen von rostigen Felgen von Autos und Mopeds, über Matratzen und diversen Gegenständen aus der Küche, bis hin zu allerlei Undefinierbarem. Kurz: es sieht aus wie im Hof eines Schrotthändlers.
Hinzu kommt der Verkehr, der einem zunächst absolut chaotisch vorkommt. Chaotisch im Sinn des Wortes: als braver deutscher Teilnehmer an unseren Arten der Fortbewegung erkennt man zunächst einmal nur eine prinzipielle Regel: es gilt das Recht des Stärkeren. Nach und nach werden die Regeln klarer: man versucht auch als Schwächerer mit einem gerüttelt Maß an Frechheit seinen Willen durchzusetzen. Das geht oft einher mit heftigen Lenk- und Bremsvorgängen und vor allem mit kräftigem Einsatz der Hupe.
Das Erstaunlichste an diesem Verkehrssystem ist jedoch: wir haben auch nach drei Tagen keinen einzigen Unfall gesehen! Jeder rechnet einfach damit, dass der Andere genauso denkt und agiert, wie man selbst. Damit lassen sich kritische Situationen wesentlich besser voraussehen, als in unserem System von Verkehrszeichen, Regeln, Ampeln, und, und, und…
Cinnamon Lakeside


Jedenfalls kommen wir gut an in unserem Hotel, dem Cinnamon Lakeside Colombo. Der Empfang ist schon mal insofern bemerkenswert, als man uns noch nicht kennt – weder Name noch sonst etwas – und uns dennoch behandelt wir die Könige. Wir bekommen ein Zimmer im obersten Stockwerk und wir sind wirklich glücklich und zufrieden mit der Bude.
Wir sind noch nicht wirklich eingezogen sondern sind noch am Erkunden des Hotels, als man uns anruft und uns mitteilt, dass man noch weitere Alternativen zu unserem Zimmer habe. Und ich will Dich an dieser Stelle auch nicht weiter langweilen; jedenfalls dürfen wir in eine Corner-Suite mit eigener Terrasse umziehen, die größer ist als man sich vorstellen mag.
Das Personal ist in der Folge überaus hilfreich beim Planen des kommenden Tages. Wohl hatten wir Tickets für den Zug nach Ella reserviert und auch bestätigt bekommen. Jedoch hat der Tropensturm, der vor zwei Wochen über der Insel gewütet hat, die Eisenbahnstrecke unbefahrbar gemacht. Daher sind unsere Tickets nicht mehr einlösbar und wir überlegen uns eine Alternative für den kommenden Tag.
Und, wie gesagt, auch hier das Personal des Hotels sehr engagiert, uns eine Fahrt mit dem Open Deck Bus zu organisieren, der uns am morgigen Tag zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Colombo bringen soll. Ob es Rückerstattung der bereits bezahlten Fahrkarten für den Zug gibt, wird sich zeigen; auch hier telefonieren die netten Menschen an der Rezeption engagiert herum und machen uns zumindest Hoffnung.
Und so verbringen wir den restlichen Tag an der Poolbar, im Pool selbst, in der äußerst ruhigen und komfortablen Executive Lounge im siebten Stock und nochmal an der Poolbar. Überall werden wir mit einem Lächeln und fast schon mit den sprichwörtlich offenen Armen empfangen. Unglaublich! Wir fühlen uns wirklich wohl und schlafen letztlich entspannt und glücklich in unserem viel zu großen Zimmer ein.



