funchal reisebericht
Portugal

Funchal – Hauptstadt Madeiras

Funchal Reisebericht – Sehenswürdigkeiten, Tipps & Eindrücke aus Madeiras Hauptstadt

Die Landung auf dem Flughafen Madeira-Cristiano Ronaldo (FNC) gilt aufgrund extremer orografischer Bedingungen, insbesondere starker, unvorhersehbarer Winde (Fallwinde) und turbulenter Luftströmungen durch die nahegelegenen Berge, als eine der anspruchsvollsten weltweit. Piloten benötigen sogar ein spezielles Training für den Anflug, der oft eine präzise Kurve im Endanflug erfordert und keine Fehler verzeiht.

Außerdem gibt es hier kein Instrumentenlandesystem (ILS): Der Anflug erfolgt also visuell, was bei den schwierigen Wetterbedingungen hohe Konzentration erfordert. Darüber hinaus ist die Landebahn kurz und liegt direkt am Meer, teils auf Stelzen, was wenig Raum für Fehler beim Aufsetzen lässt. Als ich zum ersten Mal vor genau 30 Jahren hier landete, war die Piste sogar noch wesentlich kürzer!

Aber es geht alles sehr gut bei der Landung und wegen der geringen Größe des Airports sind wir kurze Zeit nach dem Ausrollen schon aus dem Gebäude, wo uns, wie vereinbart, ein sehr netter Fahrer – den wir diesmal über booking.com gebucht haben – bereits mit einem Schild mit unseren Namen in der Hand, erwartet.

Ankunft in Funchal – der erste Eindruck zählt

Der Weg vom Flughafen in die Stadt ist schon ein kleines Erlebnis. Die Straße windet sich durch Tunnel, über Brücken und entlang steiler Hänge. Madeira ist eben keine Insel, die sich anbiedert – sie zeigt gleich, dass sie Charakter hat. Und Funchal ist ihr Herzschlag.

Nach einer relativ kurzen und entspannten Fahrt, liegt die Hauptstadt Madeiras wie ein Amphitheater vor uns: weiße Häuser, rote Dächer, sattes Grün und dahinter der Atlantik, der in der Nachmittagssonne glitzert, als wolle er sagen: „Willkommen, ihr zwei – macht’s euch gemütlich.“ Schon jetzt wird klar: Dieser Funchal‑Reisebericht wird einer der entspannten Sorte.

Unser erstes Hotel, das „Hotel Madeira“, liegt unweit der Altstadt, und schon beim ersten Spaziergang merken wir: Hier ticken die Uhren anders. Die Menschen wirken entspannt, freundlich, fast so, als hätten sie sich verschworen, jedem Besucher ein bisschen Gelassenheit mitzugeben. Genau diese Atmosphäre macht Funchal gleich zu Beginn ziemlich besonders.

Altstadt & Zona Velha – Funchals lebendiges Herz

Wir tauchen ein in die Zona Velha, die Altstadt. Enge Gassen, Kopfsteinpflaster, kleine Lokale, bemalte Türen, die Geschichten erzählen – manche witzig, manche poetisch, manche einfach nur schön.

Es riecht nach Knoblauchbrot, nach gegrilltem Fisch, nach Blumen. Und überall hört man Stimmen, Gelächter, das Klirren von Gläsern. Funchal ist lebendig, aber nie hektisch.

Im Mercado dos Lavradores staunen wir über Früchte, die aussehen, als hätte jemand die Tropen in eine Markthalle gepresst. Maracujas in allen Varianten, Drachenfrüchte, Bananen, die kleiner sind als gewohnt, aber doppelt so aromatisch. Die Blumenfrauen in ihren traditionellen Trachten lächeln, als hätten sie den ganzen Tag Zeit.

Mit der Seilbahn nach Monte – Funchal aus der Vogelperspektive

Am nächsten Morgen wollen wir mit der Seilbahn hinauf nach Monte und oben angekommen durch den Tropische Garten schlendern. Diesen Ort habe ich noch als einen ganz besonderen in Erinnerung; ein Ort, an dem man sich fragt, ob die Natur hier einfach besonders gut gelaunt ist. Farne, Palmen, Wasserläufe, Kunstwerke – ein Spaziergang, der sich anfühlt wie ein kleiner Urlaub im Urlaub.

Doch wie das Leben manchmal so läuft: die Seilbahn ist noch bis April, so verrät es ein Schild an der Talstation, wegen Wartungsarbeiten nicht verfügbar. Daher gibt es auch keine entsprechenden Bilder!

Stadtrundfahrt mit dem Hop-on-hop-off-Bus

Anstelle dieser Enttäuschung mit der Seilbahn kaufen wir uns ein Ticket für den hiesigen Hop-on-hop-off-Bus. Das Wetter ist gut und wir ergattern noch zwei Plätze im offenen Oberdeck des Gefährts. Leider ist die Steckdose für die bekannten, roten Ohrstöpsel defekt, so dass wir vom Audio-Guide nichts mitbekommen. Dafür sind unsere Augen in Ordnung und was wir sehen, begeistert uns auch ohne Ton.

Der Endpunkt der Rundfahrt ist der kleine Ort Camara do Lobos, wo wir aussteigen und uns einen Platz in einem der kleinen Gasthäuser am Hafen suchen. Dort gefällt es uns so gut, dass wir wesentlich länger als geplant sitzen bleiben und erst nach der Verkostung von Wein, Poncha und lokalem Rum wieder zur Haltestelle der Roten Linie trotten, um zurück zu unserem Hotel zu fahren.

Funchal am Abend – Genuss, Licht und Leichtigkeit

Abends sitzen wir an der Hafenpromenade. Die Sonne sinkt langsam hinter die Hügel, die Lichter der Stadt spiegeln sich im Wasser, und irgendwo spielt jemand Gitarre.

Wir probieren Espetada, trinken Poncha und lassen den Tag in einem Lokal ausklingen, das uns der Fahrer tags zuvor empfohlen hat. Funchal hat diese besondere Art, einen einzuwickeln – nicht laut, nicht aufdringlich, sondern warm und freundlich. Genau diese Mischung macht die Funchal‑Sehenswürdigkeiten zu so viel mehr als nur „Punkte auf einer Liste“.

FAQ zu Funchal – Madeira kompakt erklärt – Funchal Tipps

Was sollte man in Funchal unbedingt gesehen haben?

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören die Altstadt (Zona Velha), der Mercado dos Lavradores, die Seilbahn nach Monte, der Tropische Garten und die traditionelle Korbschlittenfahrt, die wir wegen Protestes meiner früheren Geliebten und heutigen Ehefrau nicht mitgemacht haben.

Wie viele Tage sollte man für Funchal einplanen?

Für die wichtigsten Highlights reichen zwei bis drei Tage. Wer Gärten, Museen oder kulinarische Erlebnisse vertiefen möchte, kann problemlos länger bleiben.

Wann ist die beste Reisezeit für Funchal?

Funchal hat das ganze Jahr über mildes Klima. Besonders beliebt sind Frühling und Herbst, aber auch der Winter eignet sich hervorragend für einen Besuch. Wir waren zuletzt Ende Januar hier auf Madeira.

Lohnt sich Funchal als Ausgangspunkt für Madeira?

Ja, absolut. Die Stadt ist ideal gelegen, gut angebunden und bietet viele Unterkünfte. Von hier aus lassen sich Wanderungen, Levada‑Touren und Ausflüge perfekt starten. Wir waren allerdings nur vier Nächte in Funchal direkt und haben anschließend noch in weiteren Hotels genächtigt, die im Südwesten und im Nordosten der Insel verortet sind.

Ist Funchal teuer?

Im Vergleich zu vielen anderen europäischen Inselzielen ist Funchal moderat. Essen, Transport und Aktivitäten sind meist fair bepreist. Es kommt natürlich immer darauf an, ob man in eine der Gaststätten geht, die um die Kreuzfahrtgäste buhlen, oder in eine solche, in der die einheimischen gerne essen und trinken!

Fazit – Funchal bleibt im Herzen

Funchal ist keine Stadt, die man „abhakt“. Sie ist eine Stadt, die man erlebt. Eine Stadt, die sich Zeit nimmt und einem gleichzeitig Zeit schenkt. Wir haben ebenfalls beschlossen, dass dies nicht unser letzter Aufenthalt in Funchal gewesen ist. 

Wer Madeira besucht, kommt an Funchal nicht vorbei – und das ist gut so. Denn diese Stadt ist das perfekte Tor zu einer Insel, die man so schnell nicht vergisst.

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