Singapur Collage
Singapur

Singapur

Singapur – was für eine Megacity!

Wir sind ziemlich überwältigt von diesem unglaublichen Nebeneinander verschiedenster Kulturen, Baustile, Menschen, Natur und Technik! Und das, nachdem die Ankunft in Singapur alles andere als entspannt war.

Reise nach Singapur
Sitze 83A + 83C
Flughafen Singapur
Flughafen Singapur

Wir starten am Freitag gegen Abend von Nürnberg nach Frankfurt und fliegen von dort im Oberdeck einer Boeing 747-400 nach Singapur. Das Catering und die Betreuung sind ohne Klage und wir genießen die relativ komfortablen Betten, um fast acht Stunden ohne Unterbrechung tief zu schlafen. In Singapur ist es dann auch schon wieder fünf Uhr am Samstagnachmittag, wir sind „unserer“ Zeit also gut sieben Stunden voraus.

Die Einreise gestaltet sich sehr unproblematisch, und so stehen wir bereits zehn Minuten nach Ankunft am Gepäckband, auf dem wir unseren einzigen aufgegebenen Koffer erwarten. Doch selbst nach einer Viertelstunde bewegt sich das Band keinen Zentimeter. Auch die anderen fast 400 Fluggäste werden langsam ungeduldig. 

Um es kurz zu machen: Zunächst wird per Lautsprecher etwas von Unregelmäßigkeiten genuschelt und vier Personen namentlich genannt, die sich an einem der Schalter melden sollten. Doch das Band bewegt sich immer noch nicht. Die Wartenden beschweren sich jetzt beim Personal, das inzwischen schon Cola und Wasser verteilt, um die Gemüter zu beruhigen. 

Jetzt kommt wieder eine Durchsage, man könne das Gepäck wegen heftigen Gewitterregens nicht ausladen. Ein Blick nach draußen scheint auf ein einmaliges Wetterphänomen hinzudeuten: wenn dort, wo das Flugzeug steht, wirklich ein Gewittersturm tobt und knapp 200 m weiter fast die Sonne scheint, ist das doch mehr als ungewöhnlich! Jedenfalls schleicht nach fast zwei Stunden ein kleines Männlein durch die Massen, der natürlich für gar nichts irgendetwas kann, aber erklärt, wie man eine Vermisstenmeldung bei der Lufthansa aufgibt, weil niemand sagen könne, wie lange das noch dauern wird.

Also, Koffer per App als vermisst gemeldet und dem vorher bestellten und bis dahin geduldig wartenden Fahrer geschrieben, dass er uns nun endlich abholen könne. Dieser weiß auch nichts von einem Gewittersturm und fährt uns zwar ohne Koffer, aber problemlos und sicher zu unserem Hotel, dem Maxwell Reserve Autograph Collection in einem der Herzen von Singapur. Dazu später mehr.

Tipp: Den Fahrer haben wir über WelcomePickups.com gebucht, mit denen wir schon vielfach sehr zufrieden waren.

Maxwell Reserve Singapore, Autograph Collection

Von diesem Hotel sind wir sofort begeistert: es ist vom Eingang weg perfekt und durchgängig in einem in sich stimmigen Stil eingerichtet und bis ins Kleinste dazu passend dekoriert. Der Loungebereich ist zum Beispiel in einer in dunklem Holz gehaltenen Bibliothek untergebracht. Und bis hin zu den Armaturen in den Bädern findet man nirgendwo einen Stilbruch.

Dazu ist das Personal überaus hilfsbereit und zuvorkommend. Und während des Begrüßungscocktails fällt mir prompt die Operette von Franz Lehár ein: Das Land des Lächelns. Nein, das ist kein falsches Dauergrinsen, sondern echte Herzlichkeit! Dem Personal macht es offenbar Freude, den Gästen eine Freude zu machen. Und die netten Damen schaffen es sogar, die Sorge um den vermissten Koffer für einige Zeit in den Hintergrund treten zu lassen.

Chinatown

Nach diesem herzlichen Empfang machen wir uns in unseren „Flug-Klamotten“ auf ins Gewühl von Chinatown, an dessen südlichen Ende das Maxwell Reserve liegt; wir laufen also keine fünf Minuten und sind schon mitten in der Szene. Das erste, was uns sehr angenehm auffällt, ist die Sauberkeit in den Hallen des Hawker Centers, einem großen Food Market. Obwohl hier sehr viele Menschen essen und trinken, liegen kein Müll, keine Plastikbecher und keine Papiertücher auf dem Boden. Und wieder wird viel gelacht und gescherzt.

Auch später, als wir durch das Zentrum von Chinatown schlendern, fällt immer wieder auf, dass grantige Gesichter hier nicht zum Straßenbild gehören. Es ist bunt, manchmal sogar schrill, es ist geschäftig und manchmal laut, aber überall herrscht entspannte Stimmung. 

So gönnen wir uns noch ein Glas alkoholische Flüssigkeit in einem der zahllosen kleinen Lokale und lassen die Atmosphäre dieser kleinen Insel aus alten Häusern mit höchstens zwei Etagen inmitten der Wolkenkratzer ringsum auf uns wirken. Dieser Anblick ist schon ziemlich kurios. 

Erneut enorm beeindruckt sind wir am folgenden Tag, an dem wir die übliche Reise mit dem Hop-on-Hop-off Bus unternehmen. Es gibt hier zwei Linien, die von ein und derselben Gesellschaft betrieben werden: die rote und die gelbe Linie, die sich an zwei Haltestellen treffen, an denen man den Bus wechseln kann. 

Wir beginnen mit der roten Linie, weil die am nächsten an unserem Hotel vorbeifährt. Die Aussicht vom Oberdeck bei schönstem Wetter ist einfach umwerfend. Und dabei ist das berühmte Marina Bay Hotel gar nicht einmal das Highlight! Es ist die Gesamtheit der Architektur, die wegen des wenigen verfügbaren Platzes zwangsläufig in die Höhe strebt. Es ist dabei unglaublich, wie kreativ man in die Höhe bauen kann: nicht nur schlicht senkrecht nach oben, sondern mit Rundungen, fein ziselierten Fassaden, riesigen Plätzen in schwindelnder Höhe, über denen sich weitere Stockwerke türmen… 

Ich denke, man muss das mit eigenen Augen gesehen haben! Ich habe die Türme in vielen Städten, so zum Beispiel auch in Dubai gesehen – aber Singapur schlägt alles um Längen! Und dabei ist Singapur mit Abstand die grünste Stadt der Welt: überall blüht und sprießt es, die Straßen sind gesäumt von riesigen Bäumen, überall findet man bestens gepflegte Parks und im Westen der Stadt ist ein Botanischer Garten, der seinesgleichen sucht auf der Welt!

Sensationell! Klar sehen wir auch die Boxengasse des Formel 1 Zirkus, den Singapur Flyer, die künstlichen Bäume und so weiter. Aber wirklich beeindruckend ist das Nebeneinander von historischen, kleinen Gebäuden und der Gigantomanie die außen herum entsteht. Das meinte ich vorhin, als ich von verschiedenen Herzen von Singapur schrieb: Das sind zum Beispiel Chinatown, Little India, Little Malaysia und einige andere aus vergangenen Zeiten stammende Viertel.

Und jedes Herz schlägt dabei deutlich anders als die anderen. Vor allem wird das deutlich, wenn man sich die Auslagen der Geschäfte ansieht, die nun wirklich und ausschließlich die jeweils landestypischen Lebensmittel anbieten. Deshalb duftet es in den Gassen auch jeweils landestypisch.

Alles in allem ein sensationeller Sight-Seeing-Trip, der jeden Cent wert ist. Nur der Heimweg von der nächstgelegenen Haltestelle des Busses wird zum nassen Erlebnis: kaum steigen wir dem Bus aus, beginnt es wie aus Eimern zu schütten. Obwohl wir jeden Balkon über uns nützen, um eine paar Tropfen zu vermeiden, sind wir patschnass, als wir im Hotel ankommen. Der nette Concierge empfiehlt uns eine heiße Dusche und trockene Kleider.

Der letzte Abend in Singapur

Als wir ihm unser Leid klagen, was den vermissten Koffer anbelangt, bekommt er große Augen und fragt uns nach dem Typ des Gepäcks. Wir klären ihn auf: „The brand is Rimowa.“ – „And your name is Hofmann?“ – „Yes!“ – Then I have a surprise for you!“ Er bittet uns, ihm zu folgen und präsentiert uns mit stolzen Augen unseren Koffer, als hätte er ihn selbst gefunden. Egal, uns fällt ein Stein vom Herzen und die heiße Dusche wird zu einer der entspanntesten der letzten Zeit.

Abends gehen wir noch einmal zu Fuß aus, Es hat aufgehört, so heftig zu regnen, und wir wollen auch gar nicht weit suchen nach einer kleinen Kneipe. In der Duxton Road meinen wir, fündig zu werden und bestellen ein kleines Glas Bier und ein Achtel Wein. Nach einer zweiten identischen Runde gehe ich zahlen und als mir der junge Mann die Rechnung präsentiert, trifft mich schier der Schlag: der ruft tatsächlich 86 Singapur Dollars auf! Das entspricht ganz grob umgerechnet rund 60 Euro! Für die paar Tropfen! In einer nicht einmal gemütlichen Kneipe!

Nach zwei großen Bier und zwei Viertel Wein zum halben Preis in der Bar in unserem Hotel gehen wir relativ zeitig ins Bett, weil unser Fahrer zum Flughafen bereits für 7 Uhr morgens bestellt ist. Doch der ruft bereits um 5:45 Uhr in aller Frühe an und vermeldet, dass er bereits vor dem Hotel auf uns warte. Zum Glück sind wir bereits wach und steigen so gegen halb sieben zu ihm ins Auto, mit dem er uns zuverlässig und sicher zum Flughafen bringt.

Tipp: Diesen Fahrer buchten wir über booking.com, die in diesem Fall bedeutend günstiger und trotzdem zuverlässig und sogar etwas zu pünktlich waren.

 

One Comment

Leave a Reply